„Papa, Mama, ich will spielen! Warum liegt ihr nur hier rum? Papa, Mama, ich will spielen.“ Das ungefähr brachte Zwerg nachts ab 3 Uhr wieder zum Ausdruck, als er erst durch sein Babybett hopste, aufstand und mäkelte. Anschließend durch das elterliche Bett erst zu hopsen. Dann sich aus dem elterlichen Kuschelgriff herauszuwinden versuchte. Und zuletzt darin überging, mit seinen Beinen auf und ab zu schlagen und dabei auf unsere Nasen zielte.

Die armen Nachbarn. Und die armen Eltern natürlich, die sich Sorgen um die Nachbarn machten, wegen des unzufriedenen Geplärrs und Gebrabbel. Und die armen Nachbarn, die dann zusätzlich nach ständig: „Zwerg, Ruhe“, „Zwerg schlafen“, „Zwerg, Feierabend“ und „Ssssscht“ rufen.

Hallo Eltern, hier bin ich. Und es ist drei Uhr nachts und ich will spielen. Was soll man da machen? Ein, zwei Stunden lässt sich der Zwerg noch mehr oder minder stillhalten, aber um fünf ist dann einfach Schluss. Das frustrierende ist, dass der Krawallsohn offensichtlich noch müde ist und bestimmt keinen Bewegungsmangel hat, sitzt er doch nie still, auch tagsüber nicht.

Die nächtliche Spielphase löst damit langsam die Schreiphase ab, die die Nächte monatelang zuvor dominiert, ein schmerzhaftes Quengeln und plärren alle zehn Minuten.

Nun, wie geht man damit um? Der Erziehung willen wird bestimmt nicht um drei Uhr gespielt. Und Kinder brauchen ja ihre Rituale, heißt es, was sowieso nur mäßig  funktioniert. Also bleibt nichts anderes, als ihn so lange wie möglich hinzuhalten, in der Hoffnung, dass er doch noch einmal einschläft. Das muss diese elterliche Erziehung sein.

Es ist fünf Uhr. Wir stehen jetzt auf.

Und ich sehe ihm ins Gesicht und sage: Warte nur, Sohnemann. Wenn du 15 bist und bis in die Puppen gefeiert hast, dann komme ich um 4 Uhr morgens und sage: „Junge, ich will frühstücken. Hohl mal Brötchen.“ Und hämmer dann gegen die Tür mit meinen Beinen, oder fahre mit einem Staubwedel durchs Gesicht.

 

 

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